ab 1904


Die Konkurenz wächst

Die ersten Nachahmungen und Fälschungen kommen auf den Markt.
1904 schreibt Margarete Steiff ihr Testament.


 1. November 1904 Franz Steiff (1878-1908) erfindet den "Knopf im Ohr". Da sich der Knopf selbst nicht als Patent anmelden lässt, meldet man stattdessen den Spruch "Knopf im Ohr" als Patent an. 

Schon bald gibt es Nachahmer des Knopfes, wobei sich die Firma Bing als besonders hartnäckig erweist und ebenfalls einen Knopf (mal rechtes mal links) ins Ohr der Plüschtiere klemmt. Erst als man den Bingschriftzug unter dem Arm anbringt gibt es eine Einigung im Rechtsstreit, Bing soll etwa 100.000 Goldmark Strafe gezahlt haben.

Selbst Versuche, den Werbeslogan "Knopf im Ohr" in Abwandlungen beim Reichspatentamt anzumelden gab es. Häufig scheiterte man aber schon bei der Anmeldung. Wie gut der Werbeslogan war konnte man an der Vielzahl der Nachahmungen erkennen so beispielsweise versuchte es 1908 eine Firma Deuerling aus Nürnberg mit "Ring im Ohr", 1924 die Fa. OCO aus Nürnberg mit "Band am Fuß", Fa. Hulu aus Schalkau 1933 mit "Loch im Ohr". 1927 schafft es Moritz Pappe aus Liegnitz mit "Stimme im Ohr": ein Patent anzumelden.  

1904 auf der Weltausstellung in den USA erhält Margarete Steiff die höchste Auszeichnung für den Bären, den "Grand Prix" je eine Goldmedallie für Richard und sie.   

  1906 tritt Hugo Steiff in das Unternehmen ein.
1907 werden bereits knapp 1 Million Bären für das In- und Ausland angefertigt. 

1908 findet Richard Steiff gefallen an der Erfindungen  Graf Ferdinand Adolf Heinrich August von Zeppelin. Er verbringt viel Zeit mit dem Studium der Luftschifffahrt.

Als in Amerika die Wirtschaftskriese ihre Kreise zieht, ist auch das Unternehmen Steiff davon betroffen, viele Bestellungen werden storniert, dennoch gibt man nicht auf. Es entstehen Hasen (Holländerhasen) mit beweglichen Ohren und beweglichen Gliedern.

Bei Richard Steiff entsteht die Idee einen Lenkdrachen ohne Schweif zu konstruieren

1908/1909 entwickelt Richard Steiff den "Roloplan", seine Tante befürchtete diese tollkühne Erfindung könnte sie ruinieren. Aber Richard überzeugte sie letztlich doch. Noch einige Jahre zuvor träumte Margarete Steiff selbst noch vom Fliegen. Aber nun blieb sie lieber auf sicherm Boden. Richard befestigt eine Kamera am Seil des Roloplan, erste Luftaufnahmen vom Bau des Fabrikgebäudes ("Jungfrauenaquarium") entstehen.
"Um seine Tante von der Zugkraft und Haltbarkeit des Drachen zu überzeugen ließ er einen Korb, gesichert mit einem Seil am Boden, mit zwei Kindern per Roloplan in die Luft steigen. Der Roloplan wurde bis zu einer Größe von 720 cm Spannweite gefertigt.

Im März bittet Margarete, Adolph Glatz ihr Testament noch einmal zu prüfen, damit nichts und niemand vergessen wird. Sie hat noch viele Pläne ist froh noch so gesund zu sein. Sie freut sich auf den Besuch der kleinen Großnichte Margarete, dem Kind ihrer Nichte Eva.

1909 Der Lenkdrachen "Roloplan" kommt in den Handel.
Als Geschmacksmuster wird der Roloplan am 3. Juli 1909 mit einem Foto registriert.

Am 20. August 1909 erhält die Fabrik das Warenzeichen "Roloplan" zuerkannt.
Der Roloplan entwickelt sich zum Kassenschlager, andere Flugobjekte folgten. Der Roloplan bleibt bis zum kriegsbedingten Produktionsstop 1943 im Programm. Danach wird er erst ab 1950 bis in das Jahr 1963 wieder produziert. Nachkriegsdrachen haben gelb/rote Segel.



Replik 2006 (bis 1943 waren die Drachen dreifarbig gelb/rot/blau)

Am 9. Mai 1909 stirbt Margarete Steiff im Alter von 61 Jahren, nach 14 Tagen ringen zwischen Leben und Tod, an den Folgen einer Lungenentzündung. Aus einer anfänglich für zukunftlos befundenen Existenz, baute Margarete Steiff mit Mut, Herz, Willen und ihrer Hände Arbeit ein weltweites Unternehmen auf. 

Nach ihrem Tod erben die 5 Neffen Paul, Otto, Hugo, Ernst (Wisconsin USA) und 3 Nichten Lina, Marie und Eva das Unternehmen in das sie hinein geboren sind, allen voran Richard mit seinem Ideenreichtum. 

Margarete Steiff hat etwas geschaffen das größer ist als das Leben. Sie hinterlässt Millionen Kinder für die sie bis in die heutige Zeit das Sinnbild und der Inbegriff von Kindheit und Kinderfreude ist.  So erfreut ihre Schöpfung nicht nur die kleinen Kinderseelen, sondern auch das Kind in uns allen, das wir beschützen und behüten.

1910 betritt Albert Schlopsnies  ein bekannter Münchner Künstler, Marionettenbauer und Karikaturist die Fabrikhallen der Firma Steiff, hier möchte er sein neustes Marionettenmodell vorstellen. Richard Steiff erkennt sofort das Potenzial das dahinter steht. Er übernimmt einige Ideen für die Steiffpuppen jener Zeit. Schlopsnies ist nun als freier Berater für die Firma Steiff (ab 1910) tätig. Hier kümmert er sich vor allem um Werbung, die Gestaltung von Katalogen und die künstleriche Gestaltung von Schaustücken.

Er ist nie bei der Fa. Steiff angestellt gewesen, aber seine Tätigkeit für die Firma Steiff ging einige Jahre.

  1911 erscheint der erste Katalog dessen Titelbild von Schlopsnies gestaltet wurde. Bis in die 20er Jahre wird dieser Katalogtitel verwendet, danach nur noch sporadisch eingesetzt. 


1914-1918 Der erste Weltkrieg lässt die Produktion kurzzeitig ausfallen.

1920/21 gehen neue Teddybären, mehrere Tierkreationen und die ersten Steiff-Holzroller "Skiro", "Skirit" und "Skiroko" in Serie. 

1927 entstehen Tretautos in sechs verschiedenen Modellen.

1935 kommt der erste Ruderrenner für Kinder von 4 bis 15 Jahren auf den Markt. Dieses revolutionäre Fahrzeug zählt zu den beliebtesten seiner Zeit (auch heute noch)

1939/45 2. Weltkrieg die Produktion steht still.

1947 nach dem 2. Weltkrieg findet ein unternehmerischer Neustart statt.

1925 führt Hugo Steiff die Fließbandarbeit ein.

1926 entsteht ein neues Bärenmodell der Teddy Clown



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Update 09. September 2021

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