Am Anfang war der Elefant

Um die Bedürfnisse ihrer Kundschaft in Giengen und Stuttgart richtig einzuschätzen bezieht Margarete Steiff schon früh das renomierte Modejournal "Die Modenwelten" (seit 1850). 

Am 8. Dezember 1879 entdeckt Margarete in der Zeitschrift (die sie abborniert hatte) 
 
Die Kinder sind begeistert, ist es doch das erste weiche Spieltier seiner Zeit.

Zur großen Verwandtschaft zählt übrigens auch Lina Hähnle (Ehefrau 26. Sept. 1871 von Fabrikant Johannes "Hans" Hähnle) die Gründerin des "Bund für Vogelschutz" heute Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU). Die junge Cousine Lina Hähnle soll zu Weihnachten 1880 die erste Abnehmerin von gleich fünf Filzelefanten (für ihre Söhne) gewesen sein.



1886 Lina und die Söhne Eugen (2.v.l) Otto, Herrmann, Paul und Reinhold

das Modell eines Elefanten der dort als Spielzeug für die Kinder beschrieben wird. Sie fertigt ihn 1880 in einem kleineren Maßstab kurz vor Weihnachten aus Filzresten, stopft ihn weich mit bester Scherwolle, für ihre Neffen und Nichten als kleines Geschenk.
Auch Anna Steiff die Schwägerin bekommt ein Elefäntle als Nadelkissen
.

   
Lina Hähnle 
     03.02.1851 - 01.02.1941

Johannes
Hähnle (*29. Juli 1838 in Gingen) genannt Hans, gründete 1866 mit seinem Bruder Melchior, die Württembergische Woll-Filz-Manufaktur sie wurde am 14. März 1866 in das Handelsregister der Stadt Gingen an der Brenz eingetragen. Er ist der Stiefsohn von Margaretes Tante Apollonia. Aus der Württembergischen Woll-Filz-Manufaktur bezieht Margarete Steiff ihren echten Wollfilz in sehr guter Qualität, darauf legt sie größten Wert. 1871 heiratet Hans seine Cousine Emilie Karoline (Lina) Hähnle.
Hans und Lina haben fünf Söhne. Einer davon Hermann (5. Juni 1879 - 25. Okt. 1965) Naturfilmer.
1881 wird die Württembergisch Woll-Filz-Manufaktur in die Vereinigte Wollfilzfabriken AG umgewandelt. Hans (Mitglied des deut. Reichstags) stirbt am 5. Juli 1909 in Stuttgart.
 
Hermann (3. v.rechts) ab 1914 Ingenieur in der elterlichen Filzfabrik. 1939 bis 1960 Vorsitzender des Aufsichtsrates der Vereinigten Filzwerke. 

Der Elefant verkauft sich gut und wird in mehreren Ausführungen und Größen gefertigt.

 
Am 29. Dezember 1880 werden die nächsten acht Elefanten an Lina Hähnle (5) und an Anna Steiff (3) verkauft, dieses Datum gilt somit als inoffizelles Geburtsdatum der Spielzeug Manufaktur Steiff.  Im Februar reist Margarete mit Bruder Fritz nach Hörbranz zu Marie und Adolf Glatz. Das Geschäft läuft gut, so bleibt sie von Februar bis Juni 1880 bei den Freunden. Auch 1881 als Familie Glatz nach Lindau umzieht ist Margarete dabei.
1881 werden 18 Elefanten genäht


1882 sind es 11 Elefanten, die sich neben dem normalen Filzgeschäft verkaufen. Noch sind die Filztiere nur Beiwerk.

Mit ihren Näherinnen stellt sie nun zwei Säcke voll mit Nadelkissen in Form des Elefanten für den Heidenheimer Weihnachtsmarkt fertig. 
Nadelkissen darum, weil sie eine Damenschneiderei betrieb und auch Zubehör zum Selberschneidern verkaufte.

Das "Elefäntle" verkauft sich anfangs nur mäßig. Ursprünglich als Nadelkissen eigens für den Markt gefertigt, begeistert es wieder einmal durch seine Weichheit vorallem die Kinder und ist damit ein voller Erfolg.

1881 ein Bär mit Bärenführer, 1882 ein Pudel, 1883 ein Esel, 1888 ein Affe, 1890 ein Kamel und ein Löwe, 1891 ein Lamm mit gehäckeltem Fell, 1892 ein Papagei im Ring, 1897 ein Ochse und schließlich 1898 ein Terrier.

Schon sechs Jahre später werden 5000 Elefanten verkauft. Weitere Filztiere entstehen aus den Schnittmustern der "Modenwelten"


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Update 09. September 2021

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