Vereinigte Filzfabriken




Als Margarete Steiff noch Mäntel und Kleider für ihr Putzgeschäft nähte, bezog sie Wollfilz in bester Qualität, von der Gingener Wollfilzmanufaktur (1858) später Vereinigte Wollfilzfabriken AG.

Melchior und Johannes (Hans) Hähnle, die Cousins (3. Grades) von Margarete hatten die Fabrik in Giengen an der Brenz gegründet. Wasser und Wolle gab es ja im Überfluss, was lag da näher als eine Filzfabrik zu gründen. Wenn auch der Vater Johann Hähnle von dieser Idee nicht ganz begeistert war, so wurde sie dennoch ein Erfolg. Die Familie Hähnle gehörte in der Vorkriegszeit zu den einflussreichsten Familien in Württemberg. Sie war neben der Firma Steiff der größte Abeitgeber in der Region.

1873 stellte Hans seinen Filz erstmals auf der Weltausstellung in Paris vor. Er kaufte die Papirfabrik in Gerschweiler und eine in Hörbranz (Österreich). 1881 kaufte er die Filzfabriken in Augsburg, Lambrecht und Neidenfels in der Pfalz. 1881 kaufte er noch eine Filzfabrik in Fulda. Er fusionierte sie zu den "Vereinten Filzfabriken".

1892 wurde die "Manufacture de Feutres de Reims" gegründet.

1909 richtet die sozial orintierte Lina Hähnle (Ehefrau von Hans) die erste kostenlose Kindertagesstätte für Kinder der Arbeiter in den Filzfabriken ein. Als Hans 1909 stirbt, erben Lina und die Söhne Eugen, Otto, Herrmann, Paul und Reinhold die Fabriken in Giengen und Reims, ein nicht unerhebliches Vermögen. 

 Eugen Hähnle (geboren 20. Juli 1873 - 2. Febr. 1936) ist Jurist und seit 1912 Reichstagsabgeordneter für die Fortschrittliche Volkspartei, eine bürgerliche, linksliberale Partei.

Otto Hähnle
 (geboren 1875) ist Naturwissenschaftler und technischer Direktor bei den Vereinigten Filzfabriken.

 Hermann Hähnle (geboren 5. Juni 1879 - 25. Oktober 1965) ist Ingenieur in der Filzfabrik. Außerdem ist er einer der frühen Filmpioniere. Schon sehr früh gelingen ihm ungewöhnliche Tieraufnahmen.

Hermann und Otto kümmern sich um die Fabrikanlagen.

Max ein Neffe von Lina Hähnle leitet die Fabrik in Reims 
„Manufacture de Feutres de Reims“.

Als Max zu Kriegsbeginn nach Giengen einreisen will, wird er als feidlicher Ausländer verhaftet. Erst nach dem Krieg 1919 kann er nach Giengen zurück kehren, er erholt sich nie wieder von diesem Erlebnis.

Nach Kriegsbeginn 1914 muss die Fabrik kurzzeitig schließen, die Arbeiter zogen in den Krieg. Bald darauf arbeitet man wieder mit überwiegend weiblichen Arbeitern. Kriegsbedingt wird Filz für Decken, Feldflaschen, Stiefelfutter, Satteltaschen, Gamaschen, Mäntel und Uniformen gebraucht.

Lina Hähnle die auch als "Deutsche Vogelmutter" bekannt war, hielt neben der Filzfabrik in Giengen an der Brenz eine Schar Hühner. Mit den Eiern wurden vor allem die Kinder der Tagesstätte beglückt. Auch spendete Lina einen Teil der Filzproduktion um so die Kriegsanstrengungen zu unterstützen.

Dieses soziale Engagement wird von vielen beachtet und führt zu einer Flut von Dank- und Bittbriefen.

Familie Hähnle (Quelle SWR) Eugen, Otto und Herrmann ziehen in den Krieg.
Reinhold und Paul bleiben vom Kriegsdienst befreit, die Fabik muss weiter laufen.

 Zum Ende des Ersten Weltkrieges hatte Giengen 118 Gefallene und fünf Vermisste zu beklagen.

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Update 09. September 2021

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