Hunde im Zeitengeschehen

Bereits in den Anfängen des Unternehmens hatte man immer auch ein Ohr am Zeitgeschehen. In den Jahren ab 1892 brachte immer wieder besondere Stücke hervor.

Als König Eduard der VII 1910 in Großbritanien stirbt, erzählt man sich die Geschichte eines ganz besonderen Hundes der dem Monarchen über dessen Tod hinaus treu ergeben war.

Cäsar war ein Drahthaar Foxterrier. Er stammte aus dem Zwinger der Herzogin Kathleen von Newcastle. Cäsar wurde ab 1898 (Wurfjahr) der ständige Begleiter von König Eduard dem VII. Auf unzähligen Reisen sorgte der dickköpfige Terrier für Aufregung, ging auch gern mal eigene Wege, ganz Terrier eben.
Aus diesem Gund ließ ihm der König eine Metall-Plakette fertigen die ihn eindeutig auswies. Die Plakette trug neben dem Hundenamen auch die Inizialien des Besitzers.
  Steiff fertigte Cäsar in feinstem langhaar Mohair ab 1911. Man griff auch die original Metall Hundemarke auf. Cäsar wurde ab der Größe 22 cm mit Lederhalsband und Metallschild hergestellt. Es gab den Hund, bei Steiff unter dem Namen "Pinscher" Cäsar, in zwei Ausführungen.
In 3 Größen (22, 25, 28 cm) mit stehenden Glasaugen und 25 cm mit exzentrische Glasaugen.


 Nach dem Tod des Königs besuchte der Hund eigenständig die Beerdigung und ging mit dem Trauerzug. Seine Trauer war groß so, dass er wochenlang kaum fraß und trank- die Welt nahm Anteil an seinem Schicksal.



1914 vier Jahre nach dem Tod seines Herrn folgt er ihm schießlich und nicht nur ausgesprochene Hundeliebhaber trauerten um den tapferen kleinen Hund.
Steiff setzt ihm 1910 ein Denkmal in Mohair.

Rin Tin Tin der Deutsche Schäferhund

Die meisten Hundemodelle bei Steiff entstammen der Mode der Zeit, so auch der Deutsche Schäferhund. Allerdings richtet sich die Namensgebung nach dem Deutschen Markt, mit Arco, Hasso und Hassan findet man zeitlose Namen.


Rin Tin Tin kommt 1922 in die Kinos, ein Deutscher Schäferhund der in 26 Filmen zu sehen war und so auf der Seite des Guten stand. Rin Tin Tin bzw. der Deutsche Schäferhund wurde sehr bald zum Modehund nicht nur in Amerika. 
Steiff bringt 1923 das erste Schäferhundmodell auf den Markt. Ihm folgten im Lauf der Jahre 16 weitere Modelle in mehreren Ausführungen.
Am 15. September 1918 wurde Rin tin Tin in Lothringen (Frankreich) geboren. Zum Ende des Ersten Weltkrieges hat er kein leichtes Los, seine Geschwister sind bis auf ein Geschwister alle Tod. Lothringen ist teilweise zerstört.
Der US-amerikanische Soldat Lee Duncan nimmt den Welpen mit nach Los Angeles. Dort wird er von dem Produzenten Darryl F. Zanuck in einer Zirkusschow entdeckt und für eine kleine Filmrolle engagiert. Als man für eine Fimszene einen Wolf brauchte wurde die Warner-Brother Filmcrew auf den Hund aufmerksam. Warner-Brother war so sehr von dem Schäferhund begeistert, dass sie ihn für den Film "Man from Hells River" anstellten, der ein Kassenschlager wurde. Rin Tin Tin bekam eine Gage von 6000 US-Dollar die Woche, für einen tierischen Akteur sehr beachtlich.
Rin Tin Tin spielte in seiner eigenen Live-Radio Show "The Wonderdog" in der er vor geladenem Publikum agierte, die Zuhörer konnten allerdings nur sein Bellen hören. 
Am 10. August 1932 verstarb er im Alter von 13 Jahren, er wurde in seiner Heimat Frankreich auf dem Hundefriedhof von Asnières-sur-Seine beerdigt. Die Inschrift der Grabplatte lautet:
"La GRANDE
 VEDETTE DU CINÉMA" ( Ein großer Stern des Kinos). Auf dem Walk of Fame in Hollywood bekam er einen Stern.

2007 wurde das Leben von Rin Tin Tin unter dem Titel "Ein Held auf vier Pfoten" verfilmt.

 
Chinook Byrds Arctic Expedition Dog

1927 wurde Arthur Treadwell Walden mit der Zusammenstellung eines Hundeschlittenteams beauftragt. Zuvor hatte sich Walden schon einen Namen als Musher (Hundeschlittenführer) gemacht und begonnen (1917) eine neue Hunderasse in New Hampshire zu züchten. Eine Mischung aus Grönland-Husky und einem Hofhund im Mastiff-Typ. Es entstand ein sanfter Riese mit bärenkräften. Rikki der als 1. von drei Welpen das Licht der Welt 1917 erblickte wurde später als Chinook (indianisch: starker Wind) durch Schlittenhunderennen berühmt. Er wurde der Stammvater der Rasse Chinook die vor allem in den USA bekannt geworden ist.

1930 anlässlich der Antarktis Expedition unter Admiral Richard Byrd entsteht der Chinook Byrds Arctic Expedition Dog bei Steiff in Wollplüsch in drei Ausführungen. Liegend, stehend und sitzend (auch mit Halsmechanik) mit Ledergeschirr oder Halsband mit offenem oder geschlossenem (Filz-) Maul.



Zur Geschichte:

Chinook war der Leithund der Expedition, er war der Hund von Arthur Treadwell Walden der die Expedition mit Hunden und Schlitten versorgte. Gewissermaßen das Rückrad der Expedition. Chinook war ein mutiger Kämpfer und zog den Versorgungsschlitten bis zur Erschöpfung. Kurz vor seinem 12. Geburtstag stirbt Chinook während der Expedition in der Antarktis und löst damit eine weltweite Trauerwelle aus. 

Brownie the Zeppelin Mascott

1928 als die Luftschiffahrt auf dem Höhepunkt angekommen war, trat das deutsche Luftschiff "Gaf Zeppelin" LZ127 seinen ersten transatlantischen (West-Ost Flug) Flug an. Auf der Rückkehr nach Deutschland begleitet ein Chow-Chow Welpe mit Namen Veedol die Reise.

Kapitän Ernst Lehmann brachte den Welpen, das Geschenk amerikanischer Freunde mit an Bord. Er wurde schnell das Maskottchen der Reise. Nach der Ankunft in Deutschland wurde der Chow-Chow dem Steuermann des Luftschiffes Hans von Schiller übergeben und nahm so an mehreren Reisen teil.



Über alle Grenzen hinweg war der Welpe so beliebt geworden, das der Chow-Chow in den 30er Jahren zum Modehund wurde.

Steiff greift diese Beliebtheit auf und stellt den Chow-Cow ab 1928 in hellem und dunkelbraunem Mohair her. Viele verschiedene Modelle finden sich zwischen 1928 und 1932 unter den Namen Brownie und Blanko mit dem Zusatz Zeppelin Mascot im Steiffprogramm. 

Firma Steiff Werbetext für die Chow Chow:

"Er wurde mit Zuneigung von allen Seiten überschüttet, seitdem er als Zeppelin-Maskottchen auf dem West Ost Flug des LZ 127 teilgenommen hat. Seine Tugend war sicherlich der Grund, warum er gewählt wurde und so wird er von der ganzen Welt beneidet. Als Spielzeug oder dekoratives Element, haben wir seine Eigenschaften so sorgfältig wie möglich dargestellt: große, kluge Augen, weiß, creme oder schokoladenbraun in Mohairplüsch mit kräftiger 'Bellstimme' "

Steiff hofft, dass diese Interpretation des Steiff Chow Chow Ihr Interesse geweckt hat, mehr über diese interessante Rasse zu lernen!


Laika Weltraumhund


Als die russische Weltraumbehörde im Rahmen der Weltraummission "Sputnik2" am 3. November 1957 die erste "bemannte" Rakete ins All schießt, ist die Mischlingshündin das erste Lebewesen im Erdorbit.
Nur wenige Stunden nach dem Start stirbt sie vermutlich an Herzkreislaufversagen. Zwar war ihre Rückkehr nicht geplant, dennoch überraschte die Forscher ihr frühes Dahinscheiden.
Als Hundeliebhaber sind für mich solche Experimente verzichtbar. Und es ist gut, dass die Kleine nicht lange leiden musste.

Steiff bringt Laika 1958 als Polarspitz in zwei Größen 17 und 25 cm heraus.

1960 am 19. August fliegen in der Mission "Sputnik5" diesmal 2 Hunde (Belka & Strelka) ins All. Nach 18 Erdumkreisungen landen sie schließlich am 20. August sicher wieder auf der Erde. Sie sind somit die ersten Kosmonauten die lebend aus dem All zurück gekehrt sind.

Nipper, "His Master's Voice"



1884 bis 1895
Sicher Nipper (Kneifer) der Hund von Mark Barraud ist nicht wirklich ein Held gewesen, dennoch hat er in den Herzen der Menschen und der Firma EMI Elektorla einiges bewegt.
Nipper war ursprünglich ein Straßenhund ein Foxterrier Mischling, der eines Tages Mark Barraud über den Weg lief, der ihn schließlich bei sich aufnahm. Nach dem Tod von Mark nahm sein Bruder Francis Barraud ein Maler, den Hund bei sich auf.

Nipper der immer noch auf Mark wartete saß oft an der Tür und lauschte in bekannter Pose. Francis malte ihn daraufhin in dieser Pose vor einem Walzenphonograph. Er bot das Gemälde der Edison-Bell Consolidated Phonograph Company Ltd. in London an, die es nicht verwenden wollten. Er übermalte den Phonographen mit einem Schallplattenapparat und bot auf anraten eines Freundes das Wek der neu gegründten Gramophone Company in Hayes an. Diese griffen sofort zu und kauften das Bild und das Copyright 1899 für 100 Pfund, um es auch für Zeitungsannoncen verwenden zu können. Das original Gemälde hängt heute im Boardroom bei EMI Elektroniks in Hayes. Die Übermalung soll deutlich erkennbar sein.

Die Idee zu "His Master's Voice" entstand durch die Werbekampagne. Dennoch hielt sich die Sage hartnäckig, Nipper höre die Stimme von Mark aus dem Phonographentrichter. Mark besaß weder einen Phonographen noch die Möglichkeit seine Stimme aufzunehmen.

Nipper wurde 1895 in Kingston upon Thames (Stadtbezirk London) begraben. Noch heute findet sich im Eingangsbereich des dort errichteten Gebäudes eine Gedenktafel.

Butch the Cover Dog

Albert Staehle (1899 bis 1974) war ein sehr bekannter Tier-Zeichner. Von 1930 bis Mitte der sechziger Jahre zeichnete er für verschiedene Firmen, er arbeitete in der Werbung, war Webegrafiker und Illustrator.
Ab 1943 entwarf er Werbeplakate mit Tieren, Illustrierte Kinderbücher. Tiere waren ihm die liebsten Modelle. 
Vor Butch gab es schon andere Cockerspanielwelpen die Staehle zeichnete, aber keiner hatte eine solche Ausstrahlung wie "Cover Boy Butch" (*im Juni 1944 bis 1963).

1944 bat der Chefredakteur der Saturday Evenig Post den Tierzeichner Albert Staehle einen schwarz/ weißen Cockerspaniel als Cover Model für die Illustrierte zu zeichnen. Ein geeignetes Modell fand sich einige Tage nach dem Auftrag in einer Zoohandlung. Staehle sah den Cockerwelpen an und der Cockerwelpe sah Staehle an. Und Beide wussten dass sie von nun an gemeinsam durchs Leben gehen würden. Albert Staehle zeichnete von 1944 bis 1949 vierundzwanzig Cover mit Butch für die Saturday Evening Post. Im November 1950 wurde Butch Junior geboren, er trat das Erbe seines Vaters an. 

     
1950 wurde Butch der offizelle Webeträger für den Welthundetag. Es ist das Mascottchen des Kennel Clubs.
Steiff bringt ihn erstmals 1958 auf den amerikanischen Markt. Es gibt ihn stehend und sitzend in 17 und 28 cm.


2014 kam die erste Replik der kleinen stehenden Version in 20 cm heraus, sie wurde weltweit auf 1500 Stück limitiert ursprünglich nur für Nord Amerika.

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Update 09. September 2021

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